Ratgeber

Leaks von dir im Netz? So findest und entfernst du sie

Geleakte Fotos und Videos lassen sich per Löschanfrage entfernen: beim Hoster, bei Google und bei Telegram. Schritt für Schritt für Creator erklärt, Stand Oktober 2026.

Von Redaktion Modelsuche · Stand: 8.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Kurz erklärt

Geleakte Fotos und Videos entfernst du mit Löschanfragen: beim Hoster der Seite, bei Google und bei Diensten wie Telegram. Die Grundlage ist dein Urheberrecht, umgesetzt über den US-amerikanischen DMCA oder den EU Digital Services Act (DSA). Selbst kostet das nichts außer Zeit; ein Takedown-Dienst wie leak.red übernimmt Suche und Anfragen automatisch.

Schritt 1: Beweise sichern, nicht reagieren

Bevor du etwas meldest, dokumentierst du jeden Fund:
- genaue URL der Seite, nicht nur die Startseite

- Datum und Uhrzeit, an dem du den Fund entdeckt hast

- Screenshot, auf dem Adresse und Inhalt zu sehen sind

- Link zum Original auf deinem offiziellen Profil, etwa auf 4based, Maloum oder Brezzels

Schreib die Uploader nicht an und zahl niemandem Geld für das Löschen. Wer Geld verlangt, damit Inhalte verschwinden, erpresst dich; das gehört zur Polizei. Lade auf Leak-Seiten nichts herunter: Dort stecken oft Schadsoftware und gefälschte Download-Knöpfe.

Schritt 2: Leaks gezielt finden

  • Suche nach deinem Künstlernamen und seinen Schreibweisen, auch mit dem Namen der Plattform, auf der du verkaufst.
  • Bilder-Rückwärtssuche: Mit Google Lens lädst du ein eigenes Vorschaubild hoch und siehst, wo es sonst noch auftaucht.
  • Benachrichtigungen: Google Alerts meldet dir neue Treffer zu deinem Künstlernamen per E-Mail.
  • Hinweise von Fans ernst nehmen: Viele Leaks fallen zuerst Stammkunden auf.

Leg dir eine einfache Liste an (URL, Datum, Status der Meldung). So siehst du, was erledigt ist und wo du nachhaken musst.

Schritt 3: Beim Betreiber oder Hoster melden

Die meisten Seiten haben einen Link „DMCA“, „Abuse“ oder „Inhalt melden“, oft ganz unten auf der Seite. Seit dem Digital Services Act müssen Plattformen in der EU ein solches Meldeverfahren anbieten (Art. 16 DSA). Eine wirksame Meldung enthält:
1. deinen Namen und eine Kontaktadresse

2. das betroffene Werk mit Link zum Original

3. die genaue URL der Kopie

4. die Erklärung, dass du Rechteinhaberin bzw. Rechteinhaber bist und keine Erlaubnis erteilt hast

5. die Versicherung, dass deine Angaben stimmen, und deine Unterschrift (der Name reicht meist)

Gibt es keinen Kontakt, zeigt eine Whois- oder Hoster-Abfrage, bei welchem Anbieter die Seite liegt. Dann geht die Meldung an dessen Abuse-Adresse.

Telegram: Urheberrechtsverletzungen in öffentlichen Kanälen und Gruppen meldest du laut Telegram per E-Mail an dmca@telegram.org. Die Anfrage muss vom Rechteinhaber oder einer bevollmächtigten Stelle kommen.

Schritt 4: Aus der Google-Suche entfernen lassen

Auch wenn eine Seite selbst nicht reagiert, kann sie aus den Suchergebnissen verschwinden. Das senkt die Reichweite eines Leaks stark.
- Urheberrecht: Über „Inhalte aus Google entfernen“ wählst du die Google Suche und den Grund Urheberrecht, dann trägst du Original und Fundstellen ein.

- Persönliche sexuelle Inhalte: Für intime Aufnahmen, die ohne deine Zustimmung veröffentlicht wurden, hat Google ein eigenes Verfahren. Ob dein Fall darunter fällt, prüft Google im Einzelfall. Bei Inhalten, die du selbst verkaufst, ist der Weg über das Urheberrecht meist der passende.

Schritt 5: Intime Bilder vorsorglich sperren lassen

Mit StopNCII.org erstellst du auf deinem eigenen Gerät einen digitalen Fingerabdruck (Hash) intimer Bilder. Nur dieser Fingerabdruck wird übertragen, das Bild selbst verlässt dein Gerät nicht. Teilnehmende Plattformen gleichen neue Uploads damit ab. Der Dienst ist für Menschen ab 18 und für Aufnahmen gedacht, die ohne Einverständnis geteilt werden.

Wenn es zu viel wird: Takedown-Dienst leak.red

Einzelne Funde schaffst du selbst. Tauchen deine Inhalte aber auf Dutzenden Seiten und in Telegram-Kanälen auf, frisst das jede Woche Stunden. Dafür gibt es Takedown-Dienste. Einer davon ist leak.red der spottedPanda Digital GmbH aus Berlin:
- Suche: Bild-, Video- und Gesichtserkennung durchsucht laut Anbieter rund um die Uhr das offene Web, soziale Netzwerke, Messenger-Kanäle und Foren nach deinen Inhalten und deinen Aliasnamen.

- Löschanfragen: Funde werden geprüft, mit URL, Zeitstempel und Screenshot gesichert und als Anfrage nach DMCA oder EU-DSA in deinem Namen verschickt. Reagiert eine Seite nicht, fragt die Software erneut an.

- Google: leak.red ist laut eigener Website Mitglied in Googles Trusted Copyright Removal Program.

- Eigene Funde: Links, die du selbst entdeckst, reichst du im Dashboard oder in der App ein.

- Preis: 99 € pro Monat bei monatlicher Laufzeit, 84,15 € bei 6 Monaten, 74,25 € bei 12 Monaten, jeweils netto zzgl. MwSt., mit unbegrenzten Löschanfragen. Das Angebot richtet sich an Unternehmer. Stand Oktober 2026, laut Website.

Ehrlich bleibt: Kein Dienst kann versprechen, dass alles verschwindet. Ob ein Inhalt gelöscht wird, entscheidet der jeweilige Betreiber. Bei Hostern, die Meldungen ignorieren, bleibt vor allem die Entfernung aus den Suchmaschinen.

Rechtliche Schritte gegen Uploader

Deine Fotos und Videos sind urheberrechtlich geschützt. Nach § 97 UrhG kannst du Unterlassung und Schadensersatz verlangen, wenn jemand sie ohne Erlaubnis verbreitet. Zeigt ein Inhalt dich erkennbar, schützt dich zusätzlich das Recht am eigenen Bild (§ 22 KUG). Kennst du die Person, die geleakt hat, etwa einen Abonnenten mit Klarnamen, lohnt sich der Weg zu einer Kanzlei für Medien- oder Urheberrecht. Erpressung und Drohungen zeigst du bei der Polizei an, auch online über die Internetwache deines Bundeslandes.

Leaks vorbeugen

  • Wasserzeichen mit deinem Künstlernamen machen Kopien wertlos für Weiterverkäufer und beweisen deine Urheberschaft.
  • Verkauf nur über offizielle Plattformen, nicht über private Messenger, wo du keine Kontrolle über Weitergabe und Konten hast.
  • Ein klarer Weg zum Original: Fans, die dich suchen, sollen dein echtes Profil finden statt einer Kopie. Auf Modelsuche führen die Creator-Profile per Klick direkt zum offiziellen Account; ein eigenes Profil legst du über Creator werden an.

Welche Plattformen es neben OnlyFans gibt, zeigt der Überblick Seiten wie OnlyFans. Taucht ein Bild von dir ohne dein Einverständnis auf Modelsuche selbst auf, nutzt du das Formular unter Inhalte melden. Weitere Ratgeber findest du im Ratgeber-Bereich.

Quellen

Häufige Fragen

Was kostet es, Leaks selbst entfernen zu lassen?

Nichts außer Zeit. Meldungen an Hoster, Google und Telegram sind kostenlos. Geld kostet erst ein Takedown-Dienst, der Suche und Anfragen für dich übernimmt, oder eine Kanzlei, wenn du gegen eine bekannte Person vorgehst.

Wie lange dauert es, bis ein Leak gelöscht ist?

Das hängt vom Betreiber ab. Große Plattformen und Google bearbeiten Urheberrechtsmeldungen oft innerhalb weniger Tage, viele Leak-Seiten reagieren teils gar nicht. Dann bleibt die Entfernung aus der Google-Suche, damit der Fund kaum noch auffindbar ist.

Muss ich in einer Meldung meinen echten Namen angeben?

Eine Urheberrechtsmeldung braucht einen Namen und eine Kontaktadresse, und der Betreiber kann sie unter Umständen an den Uploader weitergeben. Wer seinen bürgerlichen Namen schützen will, lässt die Meldung von einer bevollmächtigten Stelle verschicken, etwa einer Kanzlei oder einem Takedown-Dienst.

Kommen gelöschte Leaks wieder?

Das passiert häufig, weil Kopien auf neuen Seiten hochgeladen werden. Deshalb lohnt es sich, regelmäßig nach dem eigenen Künstlernamen zu suchen oder die Überwachung einem Dienst zu überlassen, der neue Funde automatisch meldet.

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